Berufsschule in Kärnten

Licht Seit diesem Schuljahr werden Veranstaltungstechniker:innen-Lehrlinge in der Berufsschule in Kärnten ausgebildet. Wir haben mit einem Lehrling darüber gesprochen.

Wer in Österreich Veranstaltungstechniker:in lernen will, packt seit Herbst die Koffer und macht sich auf den Weg nach Kärnten. Seit dem Schuljahr 2025/26 werden Lehrlinge aus allen Bundesländern  – außer Wien – nicht mehr in der Hauptstadt ausgebildet, sondern in Klagenfurt. Die Fachberufsschule 1 übernimmt als neues Kompetenzzentrum für Elektrotechnik den Unterricht der ersten Klassen. Bestehende Jahrgänge besuchen weiterhin die Wiener Berufsschule EVITA. Der Wechsel kam nicht ohne Gegenwind. Das Lehrpersonal der EVITA warnte vor Qualitätsverlusten: Jahrzehntelang aufgebautes Know-how lasse sich nicht einfach verlagern. Auf der anderen Seite stehen die Befürworter des Schritts – allen voran die Wirtschaftskammer. Der Standortwechsel soll also nicht bloß eine Verlagerung sein, sondern ein inhaltlicher Neustart. Wie das in der Praxis ankommt, weiß Mo Loris Roth aus eigener Erfahrung. Der 22-Jährige Lehrling des Mumuth in Graz ist einer der ersten Lehrlinge, der den neuen Weg gegangen ist.

Prospect: Wie bist du zur Veranstaltungstechnik gekommen?

Mo Loris Roth: Ich stand lange Zeit selbst auf der Bühne und habe mich immer mehr für die Dinge interessiert, die hinter den Kulissen passieren. Als Veranstaltungstechniker:in bekommst du einen Einblick in alle Bereiche, baust Bühnen auf, richtest Licht und Ton ein, lernst welche Maschinerie und Elektrotechnik nötig ist, damit alles funktioniert. Dieser Rundumblick ist großartig.


Prospect: Du bist im ersten Lehrjahr und hast gerade den ersten Berufs-schulblock in Kärnten hinter dir. Wie ist dein Eindruck?

Mo Loris Roth: Ich habe das Gefühl wir lernen sehr viele wichtige Dinge, die sich auch in die Praxis übersetzen. Im ersten Block hatten wir sechs unterschiedliche Fächer, unter anderem kam im Fach Technologie Lichttheorie vor. Da es mich aktuell am meisten zu Licht hinzieht, fand ich es sehr spannend, zu lernen, wie sich Licht zusammensetzt, was die Farben von Licht machen, der Winkel. Man kann damit wahnsinnig viel aussagen.

Prospect: Wo siehst du aktuell noch Luft nach oben?

Mo Loris Roth: Wir hatten auch das Berufsfach Englisch und ich finde das wahnsinnig wichtig, weil wir immer wie-der in einem internationalen Umfeld arbeiten werden. Für mich als Maturant – und das Feedback kam auch von etlichen anderen Kolleg:innen – haben wir hier zu niedrigschwellig angesetzt und zu stark mit den Basics gearbeitet. Ich hoffe, hier bauen wir noch auf.


Prospect: Gibt es etwas, dass dich überrascht hat?

Mo Loris Roth: Wir hatten das Fach angewandte Wirtschaftslehre. Darin haben wir die rechtlichen Aspekte rund um große Einkäufe wie zum Beispiel von einem Schweinwerfer gelernt. Das war extrem hilfreich und etwas, mit dem man sich als Privatperson normalerweise nicht auseinandersetzt.


Prospect: Worauf freust du dich in den nächsten Lehrjahren?

Mo Loris Roth: Auf viele neue Erfahrungen. Alle Menschen in meinem Betrieb legen extrem großen Wert darauf, dass ich einen guten Überblick bekomme und in viele Bereiche eintauchen kann. Ich mache jeden Tag neue, aufregende Erfahrungen und freue mich, noch mehr Produktionen kennen zu lernen.

– SG

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