Präzise Übertragung
Bühne Wenn Sänger und Chor den Dirigenten nur über Monitore sehen, entscheidet die Bildübertragung über den gemeinsamen Einsatz. Die halbszenische „Tosca“ der Mannheimer Philharmoniker zeigt, warum die Dirigentenkamera in Echtzeit arbeiten muss und wie Plura die Latenz auf unter 10 Millisekunden gesenkt hat.
Dirigentenkamera
„Eine Dirigentenkamera ist extrem wichtig im Musiktheaterbetrieb. Denn man hat verschiedenste Situationen, wo die Musiker und Sänger den Dirigenten nicht direkt sehen können“, sagt Bojan Videnoff, Dirigent und Gründer der Mannheimer Philharmoniker. Bei der halbszenischen Inszenierung der Mannheimer Philharmoniker von Tosca wird ganz schnell deutlich, warum dieses technische Hilfsmittel so wichtig ist. Die Sänger stehen vor dem Orchester auf der Bühne, der Dirigent ist stets in ihrem Rücken und damit außerhalb ihres Sichtfeldes. Auch der Chor hat seine ersten Einsätze außerhalb des Bühnenbereichs. Sie alle können nur Bojan Videnoffs Livebild sehen, das auf mehreren Monitoren zeitgleich übertragen wird.
„Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn der Dirigent einen Einsatz gibt und das Orchester mit diesem Einsatz spielt, auf den Monitoren das Bild aber leicht zeitverzögert ankommt. Dann setzen diejenigen, die nach dem Monitor spielen, leicht versetzt ein. Nicht, weil die Musiker es nicht konnten, sondern weil technisch gesehen eine Zeitverzögerung entstand. Dementsprechend ist es sehr wichtig, Monitore und eine Kamera zu haben, die das Bild des Dirigenten in Echtzeit auf alle Monitore im Haus verteilen“, sagt Bojan Videnoff.
Was im analogen Zeitalter selbstverständlich war, ist mit dem Einzug digitaler LCD-Technologie zur Herausforderung geworden. Denn jede digitale Bildverarbeitung kostet Zeit. Genau diese Verzögerung wird im Musiktheater zum Albtraum, aus dem es jetzt ein gutes Erwachen gibt.
Im Takt mit Fast-Mode
„Wir haben als Monitorhersteller über ein Jahr mit unseren Ingenieuren und Entwicklern daran gearbeitet, unsere Monitore schneller zu machen. Das ist uns nach dieser Zeit gelungen. Unsere Kunden haben das System gegen andere getestet und es als das schnellste auf dem Markt gekürt. Wir sind stolz darauf, vielen Orchestern wieder ein synchrones Arbeiten zu ermöglichen“, sagt Thomas Rock, Director of Operations der Plura Europe GmbH. Mit Synchronisation, Timing und Signalverarbeitung kennt sich der Hersteller bestens aus — in vielen Studios, Regien und Ü-Wägen sind Monitore und Timing-Lösungen (seit der Übernahme von Alpermann+Velte 2014) gesetzt und weltweit vertreten. „Die magische Grenze liegt bei unter 10 Millisekunden zwischen Kameralinse und Monitor. Das haben wir geschafft. Wir entwickeln diese Technologie immer weiter und freuen uns, wenn wir in Rückmeldungen erfahren, dass das Dirigentenproblem gelöst sei“, sagt Thomas Rock.
Inzwischen lassen sich die Monitore auch per SDI steuern: Das Backlight kann gedimmt oder ausgeschaltet werden — ob für einen oder dreißig Monitore gleichzeitig. Entscheidend ist dabei, dass das Signal an keiner Stelle im Signalweg verzögert wird, etwa durch Zwischenspeicherung (Frame Buffering) oder Synchronisierung (Frame-Sync). Selbst drahtlos und mobil, über eine schnelle Funkstrecke und mit Akku gespeist, funktioniert das System noch schneller als alle anderen.

für alle Produktionsbeteiligten essentiell


