Der Sommer auf den Bühnen des Landes Teil II

Bühne Der Bühnensommer 2026 präsentiert sich auch in diesem Jahr als vielfältige Spielzeit.

Roland Ferrigato


Der Bühnensommer 2026 präsentiert sich als vielfältige Spielzeit, in der große Festspiele und regionale Formate gleichermaßen auf technische Innovation, präzise Raumlösungen und hohe Produktionsdichte setzen. Von monumentalen Open-Air-Bühnen über Wasser- und Felslandschaften bis zu flexibel bespielbaren Studio- und Wanderbühnen zeigen Österreichs Festivals, wie unterschiedlich Theatertechnik Räume prägt und künstlerische Handschriften unterstützt. Die folgenden Produktionen geben einen kompakten Überblick über die technisch spannendsten Theaterereignisse des Sommers 2026. 




Ensemble Porcia Spittal an der Drau

Das Ensemble Porcia feiert 2026 unter diesem Motto seine 65. Jubiläumssaison im Schloss Porcia. Eröffnungspremiere ist am 3. Juli 2026: Gezeigt wird „Der Gefoppte“ von Georges Feydeau in der Bearbeitung von H.C. Artmann und Herbert Wochinz – jenes Stück, das bereits 1961 zur Gründung des Festivals auf dem Programm stand. Zusätzlich feiert „doppelt gemoppelt“ von Manfred Schild, Gewinner des ersten Österreichischen Komödienpreises Porcia, seine Welturaufführung.


Lehár Festival Bad Ischl: Österreichs größtes Operettenfestival

Österreichs größtes Operettenfestival steht 2026 unter der künstlerischen Leitung von Thomas Enzinger und bespielt von 11. Juli bis 30. August das Kongress & TheaterHaus Bad Ischl. Drei Premieren prägen die Saison: Franz von Suppès „Boccaccio“ (11. Juli), Emmerich Kálmáns „Gräfin Mariza“ (18. Juli) sowie Franz Lehárs Rarität „Der Göttergatte“ (14. August), die erstmals in halbszenischer Fassung gezeigt wird.

In Kobersdorf befindet sich die größte Freiluftbühne des Burgenlands. Foto: Andreas Hafenscher


Schloss-Spiele Kobersdorf: „Der nackte Wahnsinn„

Intendant Wolfgang Böck inszeniert mit „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn eine internationale Theaterfarce rund ums turbulente Theaterbackstage. Premiere ist am 30. Juni auf der Open-Air-Bühne im Schloss Kobersdorf, die mit 800 Plätzen zu den größten Freilichtbühnen des Burgenlands zählt. Weitere Vorstellungen folgen Donnerstags bis Sonntags bis 26. Juli.


operklosterneuburg: „Samson und Dalila„

Im Kaiserhof des Augustiner Chorherrenstifts Klosterneuburg bringt das Festival 2026 Camille Saint-Saëns’ „Samson und Dalila“ auf die Bühne. Premiere ist am 4. Juli, weitere Termine folgen bis 1. August. In den Hauptpartien stehen Kristian Benedikt als Samson und Margarita Gritskova als Dalila. Erstmals integriert die Produktion ein großes Ballett: Choreografin Desi Bonato gestaltet die berühmte Bacchanal-Szene mit jungen Tänzer:innen der Dance Factory Klosterneuburg neu.

Sven-Eric Bechtolf wird diesen Sommer in Gmunden die Rolle des Rudoplh Herrenstein in Elisabeth II. übernehmen. Foto: Privat


Salzkammergut Festwochen Gmunden: „Kommen härtere Tage?“ 

Unter diesem Motto – einem Zitat aus Ingeborg Bachmanns „Die gestundete Zeit“ – eröffnen die Salzkammergut Festwochen Gmunden ihren Sommer 2026 zwischen Sehnsucht, Widerstand und Poesie. Künstlerische Leiterin Karin Bergmann setzt mit BACHMANN.FEST und BERNHARD.FEST zwei literarische Schwerpunkte: Höhepunkt ist „Elisabeth II“ von Thomas Bernhard, eine Koproduktion mit dem Landestheater Linz, die an drei Abenden gezeigt wird. Musikalisch übernimmt der neue künstlerische Leiter Rafael Fingerlos mit dem neu konzipierten Liedfest, ergänzt durch Auftritte von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und der Neuen Wiener Solisten. Bespielt werden zahlreiche Spielstätten der Region – vom Stadttheater Gmunden über die Hipp Halle und den Frauscher Hafen bis zum ALFA Steyrermühl und der Open-Air-Reihe im Toscanapark direkt am Traunsee. 


Tiroler Festspiele Erl: Hochkarätiges Operettenprogramm

Unter musikalischer Leitung von Asher Fisch zeigt das Festspielhaus Erl 2026 ein hochkarätiges Opernprogramm: Bizets „Carmen“ in konzertanter Fassung mit Aigul Akhmetshina, Michael Fabiano und Alexander Vinogradov, nach dem Erfolg der konzertanten Aufführungen 2025 nun Verdis „La Traviata“ in szenischer Inszenierung von Mariame Clément, sowie Wagners „Der Fliegende Holländer“ in der Regie von Josef E. Köpplinger.

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