prospect oethg

Eine hochwertige neue Beschallungsanlage wurde im Sommer 2025 im Zuschauerhaus der Volksoper Wien installiert. Anstelle der alten 100-V-Lautsprecher sind nun moderne PoE-Lautsprecher im Einsatz.

QuaDie PoE-Systeme beschallen Wandelgänge, Pausenräume, Zuschauergarderoben sowie die Kassenhalle und den Bereich unter dem Vordach des Eingangs. (Foto: Amanda Peniston-Bird)

Eine bessere Klangqualität im Zuschauerhaus sowie optimale Steuerungsmöglichkeiten waren der Volksoper schon lange ein Anliegen, erzählt, Martin Lukesch, Leitung Ton- und Medientechnik. Mit der Modernisierung und Renovierung der Zuschauergarderoben im Sommer 2025 ergab sich die „Jetzt-oder-nie“-Chance, den Austausch der alten 100-V-Anlage gegen moderne PoE-Lautsprecher zu realisieren.

Veraltete 100-V-Technik

Die alte 100-V-Anlage und die 100-V-Verkabelung im Zuschauerhaus wurden über mehrere Generationen von Inspizienten-Anlagen hinweg betrieben. Zuletzt wurden die Lautsprecher 2005 ausgetauscht. Die Verkabelung dürfte partiell bei der Erweiterung 1988 erneuert worden sein, Teile davon müssen schon davor in den 70er-Jahren verlegt worden sein. Im Zuge des Sommerumbaus der Garderoben wurden die alte 100-V-Verkabelung und die alten 100-V-Lautsprecher, die teilweise auch an nicht optimalen Positionen montiert waren, entfernt.

Die Vorgaben für ein neues System

„Systembedingt erreichst du mit 100-V-Anlagen nur einen gewissen Qualitätslevel“, erklärt Lukesch: „Unser Anspruch war, eine hochqualitative Beschallung in allen Bereichen des Zuschauerhauses zu haben, jeden einzelnen Lautsprecher zu überwachen und in das Klangbild jedes einzelnen Lautsprechers eingreifen zu können – bequem von einem Arbeitsplatz aus. Das war die Vorgabe, die Idee hinter dem ganzen Projekt.“ Mehrere Jahre davor und aufgrund längerer Recherchen stand bereits fest, dass eine Netzwerklösung mit Dante-Lautsprechern, Punktstrahler, PoE-gepowert als einzige Variante die Vorgaben erfüllt. Die Planung wurde gemeinsam mit dem technischen Büro Kränkl durchgeführt. Nach einer Ausschreibung ging der Zuschlag an die PKE Electronics GmbH, die zwei Produkte des deutschen Lautsprecherherstellers Fohhn und geeignete PoE-Netzwerkswitches verbaute.

Eine Spezialkonstruktion

Eine weitere Vorgabe war eine Wandeinbaumöglichkeit für die kleineren Systeme unter den zwei Lautsprechertypen. Dieses Kriterium war gar nicht so einfach zu erfüllen. Wandhalterungen waren verfügbar, doch Lösungen für einen Wandeinbau existierten nicht. Die Wandeinbauten konnten mit einer Spezialkonstruktion der Installationsfirma PKE Electronics GmbH realisiert werden.

_cuva

Martin Lukesch (links), Leitung Ton- und Medientechnik in der Volksoper Wien, Thomas Hauschka (rechts), Projektmanagement bei PKE Electronics GmbH, mit einem in der Wand eingebauten Fohhn-Lautsprecher. (Foto: Amanda Peniston-Bird)

Die Installation

Die ganze Verkabelung musste erneuert werden – an jedem Punkt wird ein CAT-Kabel benötigt – danach erfolgte die Montage der Lautsprecher. Hier arbeitete die Installationsfirma sehr eng mit der Baufirma zusammen, weil die Baufirma die speziellen Wandeinbaugehäuse montierte. Anschließend folgte die Abstimmung mit dem Elektriker und nicht zuletzt mit dem Maler. „Die Wandeinbaudose ist eingebaut, man klinkt den Lautsprecher ein und steckt vorher noch ein CAT-Kabel an, in einer Halterung, die vorgebaut ist, also relativ elegant. Das Ergebnis ist äußerst zufriedenstellend“, erzählt Lukesch und führt aus: „Es gibt tolle 100-V-Systeme, nur ist dies schlichtweg ein anderer Qualitätslevel, er funktioniert toll. Jeder Lautsprecher ist sowohl einzeln überwachbar als auch einzeln kontrollierbar. Für das Jahr 2025 ist das eine mehr als adäquate technische Lösung.“

Dieselbe Klangqualität wie im Zuschauerraum

Der Veranstaltungsbereich hat komplett eigene Anlagen. Die Beschallungsanlage im Zuschauerhaus kommt für Pausenläuten, Durchrufe und Notfalldurchsagen zum Einsatz, aber es gibt auch Stücke, bei denen eine Klangwolke im ganzen Haus erzeugt wird, meistens beim Auslass. Das heißt, der Zuschauer geht durch die Klangwolke vom Zuschauerraum in das Zuschauerhaus, durch die Kassenhalle hinaus und ist immer von einer Klangwolke umhüllt. Lukesch sagt: „Bisher war das ein Kompromiss, weil die alte 100-V- Anlage nicht für hochwertige Musikbeschallung geeignet war, nun haben wir im Wesentlichen dieselbe Klangqualität wie im Zuschauerraum, das ist die große Neuerung.“

Die verbauten Anlagen im Überblick
Fohhn

  • 29 × Scale-1 PoE+
  • 34 × SL-20 PoE+
  • 3 × Scale-1 (passiv)
  • 2 × MA-4.100
  • 8 × DLI-130 mobil
  • 2 × DLI-130 mobil (Übernahme aus Bestand)
 
-APB

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.