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Kulturstätten hinterlassen einen großen energetischen Fußabdruck. Angesichts der steigenden Kosten fossiler Primärenergieträger wird der Handlungsbedarf für sektorenspezifische Energieeffizienzmaßnahmen in den über 20.000 Kulturstätten in Deutschland immer akuter und der Ruf nach Nachhaltigkeit lauter. 

Die deutschen Kulturstätten verbrauchen jährlich zwischen 1 Million kWh (Theater) und 10 Million kWh (Museum) Strom und Energie. Das entspricht bis zu 850 durchschnittlichen Haushalten beziehungsweise mehreren Tausend Tonnen CO2. Das von den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien reagiert darauf mit dem Projekt „Sprint20". 

„Sprint20“: Energieberatungen für Kulturstätten 

Wie kann ein Theater möglichst energieeffizient betrieben werden? Welche Verhaltensänderungen in Kulturbetrieben sind nötig, um Einsparungen zu erzielen? 

Genau bei diesen Fragen unterstützt das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit und bietet mit deutschen Kultureinrichtungen kostenneutrale Energieberatungen seitens KfW- bzw. BAFA-zertifizierten Beratenden. Ziel ist nicht nur die kurzfristige Reduktion von Verbräuchen um bis zu 20 Prozent, sondern auch mittelfristig geringere Verbräuche zu erzielen und regenerative Energie zu beziehen. Langfristig sollen Kulturorte ihre Energie nicht nur verbrauchen, sondern auch selbst erzeugen und speichern. Die „Sprint20-Checkliste“ bietet eine Anleitung für alle Akteur:innen in der Kulturbranche, von Führungskräften über Techniker:innen bis hin zu Künstler:innen und Kurator:innen. Der Prozess beginnt mit der Analyse des Ist-Zustands, einschließlich einer detaillierten Energiebilanz und der Identifizierung von Einsparpotenzialen. Danach folgt die Optimierung der Energieverbräuche, bei der die Kultureinrichtungen Maßnahmen ergreifen, um ihren Energiebedarf zu senken: etwa Optimierung der Gebäudestruktur, Nutzung energieeffizienter Technologien und Sensibilisierung von Mitarbeiter:innen und Besucher:innen für energieeffizientes Verhalten. Die Langzeitplanung legt den Fokus darauf, Klima- und Nachhaltigkeitsverpflichtungen zu etablieren und Ressourcen bereitzustellen. Ein Vorschlag des Aktionsnetzwerks ist, ein Nachhaltigkeitsteam im Kulturunternehmen zu etablieren, das den Fortschritt überwacht. 

„Da es in Fragen der Energieeffizienz keinen Unterschied macht, wo sich ein Haus befindet, dürften unsere Checklisten und Angebote auch für die Kultur in Österreich spannend sein“, so Jacob Sylvester Bilabel, Gründer und Geschäftsleiter des Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit. Tatsächlich finden sich mittlerweile auch österreichische Unternehmen wie das Wiener Burgtheater oder die Plattform Kulturklima Österreich unter den Partner:innen der Initiative. 

Weiterbildungen für eine nachhaltige Zukunft 

Das Aktionsnetzwerk setzt auch auf Bildung, um eine transformative Rolle im Kultur- und Mediensektor zu etablieren. Gemeinsam mit Partnern wie der IHK Köln und der Energieagentur.NRW wurde 2021 eine Weiterbildung zur „Transformationsmanager:in Nachhaltige Kultur“ ins Leben gerufen. Diese zielt darauf ab, Expert:innen heranzubilden, die den Kultur- und Mediensektor bei der notwendigen Transformation zu einer klimagerechten Gesellschaft unterstützen können. Die Absolvent:innen sind als Transformationsmanager:innen und Nachhaltigkeitsbotschafter:innen dazu befähigt, innovative Prozesse und Projekte anzustoßen und umzusetzen 

 

Das deutsche Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit 
… ist eine spartenübergreifende Anlaufstelle für das Thema Betriebsökologie im Bereich Kultur und Medien. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und anderen werden gemeinsam mit Partnerunternehmen, darunter Rundfunkanstalten, Kulturstätten, Stiftungen oder etwa Festivals, Pilotprojekte initiiert, begleitet, dokumentiert und kommuniziert. Seit kurzem laufen auch Partnerschaften mit österreichischen Plattformen und Unternehmen, darunter Kulturklima Österreich und das Wiener Burgtheater. 

-eks

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