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Das Salzburger Landestheater hat sich den Fragen der Zeit gestellt – auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit – und ist als erstes Theater in Österreich mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Sprech- und Musiktheater zertifiziert worden.

Das Salzburger Landestheater war Impulsgeber und Pilotbetrieb für das Österreichische Umweltzeichen in der Theaterwelt. Foto: Anna-Maria Löffelberger
Das Salzburger Landestheater war Impulsgeber und Pilotbetrieb für das Österreichische Umweltzeichen in der Theaterwelt. Foto: Anna-Maria Löffelberger

Impulsgeber und Pilotbetrieb
Das Salzburger Landestheater war sowohl einer der Impulsgeber als auch ein Pilotbetrieb, um die Praxistauglichkeit der aufgestellten Kriterien für das Österreichische Umweltzeichen für Sprech- und Musiktheater zu überprüfen. Abgeleitet von bestehenden Kriterienkatalogen, wurden spezielle Anforderungen für Sprech- und Musiktheater in einem umfangreichen Prozess erarbeitet. Impulsgeber war Dietmar Pucher, Liegenschaftsverwalter des Salzburger Landestheaters. Unterstützt wurde er dabei von Erwin Bernsteiner vom Büro für Umweltfragen, der als Berater für das Österreichische Umweltzeichen arbeitet. Erwin Bernsteiner: „Meine Aufgabe bestand darin, das Salzburger Landestheater als unabhängiger externer Berater im Rahmen eines Pilotprojektes auf dem Weg zum Österreichischen Umweltzeichen zu unterstützen und zu begleiten.“ Im abgelaufenen Zertifizierungsprozess haben alle Abteilungen am Salzburger Landestheater – Kunst, Technik und Verwaltung – am Projekt mitgearbeitet: Zunächst wurde der Ist-Zustand erhoben. Von dem ausgehend, wurden Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet und umgesetzt.

Was sich verändert hat
„Glücklich ist, wer nicht vergisst, was doch zu ändern ist!“ Diese Abwandlung eines bekannten Refrains aus der Operette „Die Fledermaus“ wurde am Salzburger Landestheater – auch durch den Zertifizierungsprozess – konsequent verfolgt. Die komplette Bühnenbeleuchtung sowie die Beleuchtung im Zuschauerraum und im Vorderhaus wurde auf LED umgestellt. Dadurch kam es zu einer deutlichen Verringerung des Energieverbrauchs: Ein alter Bühnenscheinwerfer verbraucht 3000 Watt. Ein neuer Scheinwerfer kommt hingegen mit nur 200 Watt aus.
Die Heizung wurde in mehrere Zonen unterteilt: Dadurch kann jetzt die Heiztemperatur etagenweise nach Bedarf sowie während der Nacht abgesenkt werden. In den Toiletten gibt es nun wassersparende, da berührungslose Armaturen.
Die Maschinen in der Schlosserei und Tischlerei wurden mit energiesparenden Modellen ausgetauscht, die zusätzlich effizient und mit niedrigerem Lärmpegel arbeiten.

Landestheater Salzburg Bilder Finale Foto: Neumayr/Leo 20.10.2022
Alle Abteilungen – Kunst, Technik und Verwaltung – haben am Zertifizierungsprozess mitgearbeitet. Foto: Leopold Neumayr

 

Wirksame Abfallvermeidung
„Das Thema ‚Automatengetränke in Mehrweggebinden‘ war eines der ersten Vorhaben, das am Salzburger Landestheater im Rahmen des Zertifizierungsprozesses umgesetzt wurde.
Die Getränkeautomaten für die Mitarbeiter:innen punkten mit Mehrweg: Dafür wurden vorhandene Automaten adaptiert und können jetzt mit Glasflaschen befüllt werden. 20.000 PET-Flaschen pro Jahr werden damit eingespart! Die Preise der Getränke blieben gleich. Die Umstellung wurde von den Mitarbeiter:innen sehr gut angenommen.

Ökonomische Mobilität
Künstler:innen und Mitarbeiter:innen stehen Firmenfahrräder – auch E-Bikes – zur Verfügung. Hybrid- und Elektrofahrzeuge kommen zum Einsatz. In der Vorderhausgastronomie werden dem Publikum Bio-Produkte angeboten.

Wiederverwertung von Bühnenbildern und Kostümen
Bühnenbilder und Kostüme abgespielter Produktionen werden nach Möglichkeit weiterverkauft oder verliehen bzw. werden ihre Einzelteile eingelagert und wiederverwendet.

Wortspenden
Der kaufmännische Direktor des Salzburger Landestheaters, Bernhard Utz führt aus: „Für das Salzburger Landestheater ist die Zertifizierung ein wichtiger Schritt in die Zukunft, aber auch eine schöne Bestätigung der bisherigen Arbeit im Sinne von Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Zugleich ist das Umweltzeichen für das ganze Haus eine hohe Motivation, in diesen Bereichen kontinuierlich weiterzuarbeiten und besser zu werden.“
„Wenn sich das Theater den Fragen seiner Zeit stellt, kann es generationenübergreifend Sinn stiften. Gerade jetzt“, erklärt der Intendant des Salzburger Landestheaters, Carl Philip von Maldeghem.

Und nun: Bühne frei für weitere österreichische Theater!

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