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Der neue Wagnervorhang im Theater an der Wien unterstreicht als zentrales Bühnenbildelement die historische Eleganz des Hauses und eröffnet technisch neue Möglichkeiten.

Bei einem Wagnervorhang werden die Stoffbahnen seitlich nach oben geöffnet. Die irisartige Öffnung ist gut erkennbar. (© Tüchler Bühnen- und Textiltechnik GmbH)

Der Hauptvorhang im Theater an der Wien war immer ein sogenannter deutscher Vorhang, der sich klassisch von unten nach oben öffnet. Im Rahmen der Neugestaltung des Hauses wollte Intendant Stefan Herheim, dass der neue Hauptvorhang zusätzlich auch als Wagnervorhang betrieben werden kann – also in einem Bewegungsablauf, bei dem die Stoffbahnen seitlich nach oben geöffnet werden. Die Umsetzung war eine Herausforderung, denn im Theater an der Wien steht seitlich nur ein extrem begrenzter Raum von rund 30 cm zur Verfügung.

Der Vorhang im Theater an der Wien sollte zusätzlich zum klassischen deutschen Öffnungsmechanismus auch als Wagnervorhang funktionieren. (© Tüchler Bühnen- und Textiltechnik GmbH)

Gemeinsames Arbeiten im Raum

Die Lösung entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Tüchler Bühnen- und Textiltechnik GmbH, dem Intendanten und der Bühnentechnik des Hauses direkt vor Ort. Schritt für Schritt wurde durch gemeinsames Arbeiten im Raum die ideale Zugseilkurve entwickelt. Dabei wurde der sichtbare Verlauf des Vorhangs immer wieder analysiert, Ringe wurden neu gesetzt und Positionen angepasst, um eine harmonische Öffnungsbewegung zu erzielen. Die spezifischen Rahmenbedingungen des Hauses kamen hinzu: die Freigabe der Obertitelanzeige, der knappe Platz an den Bühnenseiten und das Fehlen vorhandener Seilrollen im Portal. Deren Positionen ergaben sich letztendlich aus der entwickelten Zugkurve selbst.

Zentraler Blick vom ersten Rang auf die Bühne des Theater an der Wien. Der abgebildete Hauptvorhang wurde von der TÜCHLER Bühnen- & Textiltechnik GmbH, Wien, gefertigt.

© Tüchler Bühnen- und Textiltechnik GmbH

Ein edler Vorhang

Der fertige Vorhang ist 8,5 m hoch und 14 m breit. Darüber liegen zwei mit 60 cm hohen goldenen Fransen verzierte Bordüren, zwischen denen ein dunkles Hinterfütterungsmaterial Tiefe und optische Trennung schafft. Für den Betrieb im Wagner-Zug wurde ein zusätzliches über 10 m hohes Verlängerungstuch gefertigt, wodurch sich eine Gesamtzughöhe von ca. 18,5 m ergibt. Durch die Ausführung der Faltenbildung mit deutlich über 100 Prozent wird trotz der geringen seitlichen Taschentiefe ein beeindruckend schönes und gleichmäßiges, voluminöses Erscheinungsbild erzielt.

-APB

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